• ...und dann folgt die Stille.

    Im letzten Jahr als die Uhr gerade Mitternacht schlug, stand ich allein auf einem Balkon in Hamburg Eimsbüttel. Es war kalt weil ich barfuss war. Ich rauchte, weinte und fühlte mich verdammt einsam. Für diesen einen Moment.

    Die Feuerwehr ist gerade wieder weggefahren. Gerade noch hat sie direkt gegenüber gehalten. Von meinem Beobachtungsposten hier auf dem Sofa habe ich das gut gesehen. Im Fernsehen läuft eine seltsame Show auf RTL. Ein überblondierter, alternder Schlagerstar singt in einer Jacke wie sie vor fünf Jahren modern waren. Relativ weit entfernt kann ich noch Feuerwerk hören. Sehr nah noch mehr Feuerwehrsirenen.

    Was gleich folgt ist die Stille. Schön.

  • Have a glad(e) Day!

    Ansehen - der Link zu einem mehr als unterstützenswerten Projekt einer guten Freundin von mir.

  • blau.

    Kalt ist es überall doch
    das Licht ist noch da. Ich kann es sehen.

    Es ist schon Nacht und der Mädchenabend vorbei. Seltsam nur, dass ausgerechnet der kleine Mann übrig geblieben ist der schon seit Stunden leise auf meinem Bett vor sich hin atmet und mich somit zwingt in eines der anderen Zimmer auszuweichen wenn ich später müde werde.
    Es wollte nicht so recht klappen die Stimmung zurück zu holen, die hier noch vor Wochen herrschte. Zu viel ist passiert bei allen. Mit dem Sommer ist auch viel von der Leichtigkeit gegangen, so scheint es zumindest. Vielleicht ist die Zeit dieser Abende vorbei.

    Die Bilder sind ernster, konturenreicher und von einer anderen Tonart. Da ist weniger Lachen, weniger Lärm. Aber die Gespräche sind gut und der Wein fliesst mit Bedacht und nicht in Strömen nur des Lebens willen und weil er eben da ist.

    Es ist ruhiger geworden, wie es immer ist wenn der Herbst sich langsam neigt und der Streit um das geöffnete Fenster beginnt mit dem Winter. Wenn sogar meine Hände kalt werden an der Tastatur und der Tee langsam Dampf aufsteigen lässt und Wärme verspricht.
    Der Himmel ist blau auch wenn es kalt ist und die Sonne scheint besonders hell. Meine Sonne tut das zumindest. Nur für mich, das weiss ich. Sie gibt mir Wärme selbst wenn sie mich nicht berührt und Geborgenheit. Ein Versprechen darauf, dass der Frühling wiederkommen wird irgendwann.

    Ich stelle die Musik leiser um den Schlafenden nicht zu stören und sie irgendwie für mich selbst schöner zu machen. Ich mag es nicht wenn sie mich so anschreit. Ich mag die Stille, auch wenn es allein ist hier und nur schummriges Licht. Lange, lange nach der Dämmerstunde schon die ich so gern mag, vorbei der Moment kurz bevor man die Laternen entzündet.

    Der kleine Freund auf dem Bett hinter mir bewegt sich im Schlaf.
    Ich wünschte, er wäre Du.
    Danke das es Dich in meinem Leben gibt.

  • Herbst halt.

    So langsam ist da ein Hauch von Winter.
    Auch wenn der Sommer immer noch gelegentlich einen Sonnenstrahl schickt um mich zu blenden, gleich einem leeren Versprechen das er halten will aber nicht mehr kann.
    Ich muss wieder eine Jacke tragen und heute,
    warf ein Baum eine Kastanie nach mir.

  • Du kannst jetzt aber noch nicht gehen.

    Wir haben zu wenig Zeit miteinander verbracht, wir kennen uns doch erst dreiunddreissig Jahre.

    Das reicht mir nicht. Das ist mir zu wenig.

    Es war doch erst gestern als Du mir diesen Luftballon wegnahmst und wir das erste mal schlimmen Streit hatten. Und erst letzte Woche das ich den ersten unser tausend Streits gewann weil ich im Recht war. Als ich Dir zurief vom Spielfeldrand voller Stolz auf Dein Tor. Als ich so tat als sei ich Deine Tochter. Die beste von allen natürlich, ausser wenn ich wieder von zu Hause ausgerissen war und Du mich weiss Gott wo eingesammelt hast.

    Ziemlich lange habe ich in Deiner Familie gelebt. Du warst immer irgendwie der einzige Mensch den ich als Vaterfigur akzeptieren konnte. Auch wenn Du mich genervt hast und ich auf einmal um sechs Uhr daheim sein musste, wo es sonst keinen interessiert hat. Ich war mit Deiner Familie nicht immer einverstanden und habe mir doch oft gewünscht ein Teil von ihr zu sein. Nicht nur als Pflegekind - sondern richtig.

    Du musst doch weiter in Deinem Sessel sitzen, vor dem Computer - dein ebay-Imperium immer im Blick. Deine Söhne herumscheuchen nach irgendeinem Teil das im Chaos eures Hauses versteckt liegt.

    Wir haben fast ein Jahr nicht miteinander gesprochen, wieder einmal um Belangloses gestritten und jetzt - jetzt soll ich zu Dir kommen und mit verabschieden. Auf einmal bist Du derjenige der am Telefon weint und ich muss erwachsen sein und Dich trösten. Und ich weiss nicht wie ich das tun soll wenn ich an Deinem Bett stehe. Ich weiss nicht ob ich das kann.

    Wir sind alle noch nicht so weit. Niemand ausser Dir ist das.

  • Das Bild zur Lage der Nation.

    nadinesz

    Neulich an der Frankfurter Allee...

  • Der Satz zum Tag

    "Letztendlich wird es darauf hinauslaufen, daß jeder eine Mücke und einen Strohhalm bekommt und derjenige gewinnt, der das Tier als Erster auf die Größe eines Elefanten aufgepustet hat."

    (Diskussion um eine Gruppenschliessung auf www.xing.com)

  • Und jetzt bitte - Lächeln!

    für ein Projekt suche ich Menschen mit schönen / nicht ganz alltäglichen Wohnungen in Berlin. Gern Altbau mit aussergewöhnlicher Möblierung, die sich vor meine Kamera wagen. Ganz gleich ob ihr in eurem Lieblingsanzug, mit Flügeln und Krönchen oder in Jeans-Hemd und Pudelmütze seid.

    Bevorzugt suche ich "Typen" also gerne auch attraktive Männer / Frauen weit jenseits der Vierzig / Fünfzig deren Gesichter schon eine Geschichte erzählen. Gern aber auch ganz junge, die gerade erst mit allem möglichen in die eigene Bude gezogen sind. Oder - die in der Mitte. :)

    Die Bilder über die wir uns einigen können, werden im Spätherbst in Berlin ausgestellt. Selbstverständlich bekommt derjenige auch all seine Bilder auf CD zur eigenen Verfügung.

    Bei Interesse - bitte Nachricht an mich, Grazie!

  • „Hallo und herzlich Willkommen bei Pro7 Night Loft“

    Die Nacht ist schon ziemlich alt, so alt das man sie schon fast wieder jung nennen könnte und wie schon so oft war ich zu faul den Timer zu stellen. Der Moderator, wenn man das in diesem Falle so nennen kann des „Pro7 Night Loft“ hat sich gerade grosse Mühe gegeben mich aus den Träumen zu reissen und die Polizeisirene die den achttausendsten Countdown angekündigt hat, führte zum Erfolg.

    Schon mal aufgewacht, weil Du dachtest eine Ambulanz fährt durch Dein Schlafzimmer?

    Das erste was mir ins Auge fällt ist eine von den tausend Laufzeilen. Die grossen die kreischend für tausend Euro sofort werben sind wie gewohnt da, damit man sie auch beim darüber hinweg schalten sieht – aber oben links ist eine die ist neu, glaube ich.
    „Der Moderator ist Teil des Spiels. Bitte lassen Sie sich von seinen Aussagen nicht unter Druck setzen an diesem Gewinnspiel teil zu nehmen!“

    Ist das der Aufkleber auf der Gewinnspiel-Zigarettenschachtel? Dumm sein macht süchtig, fangen Sie erst gar nicht damit an? Bedeutet das bei Krediten wird jetzt auch gewarnt - „Du bist kaufsüchtig, leih Dir lieber nix!“ ? Oder bei QVC: „In diesem Pullover werden Sie fett aussehen.“ ?

    Natürlich können es nicht die schlauesten unserer Mitbürger sein, die ein solches Programm über Stunden ertragen um dann immer wieder den Wahlwiederholungsknopf zu drücken und 0,50€ pro Anruf dafür zu bezahlen, dass ihre Telefonnummer für den selben Preis an jedes Call Center in Deutsch- und Ausland verkauft wird. Wird es? Ja lieber Mitbürger – das nennt man im Fachjargon dann „OptIn-Adresse“ weil irgendwo im Kleingedruckten vom Kleingedruckten auf der Internetseite des Gewinnspielheimers steht, dass man seine Daten per Anruf freigibt.

    Herzlichen Glückwunsch, sie gewinnen Lottoanrufe.

  • Von A-Z

    Verbunden wird, was sollte gleich einem Ereignis im monegassischen Fürstenhause. Mit Wein, Weib, Lyrik, Ramontik und Poetry Slam. Fast ein Wettkampf der Giganten mit multiplen Gedanken in wilden Verwirrungen und engumschlungen waren alle bis auf jene die oft davon reden eng umschlungen zu sein mit dem Wissen der Welten und deren Bedeutung.
    Der Blonde Engel mit den Margeriten im Haar und dem ach so schweren Federkleid, dem güldnen Gewand voraus und hintendran mit dramatischem Gebläse das Kammorchester mit seiner Version von Rapsodyie der Bohemie.

    Die Braut in schwarz, der Bräutigam in weiss Buchstabend tauschend – das ganze ABC dazwischen und doch noch ein grauer Hund der durch die Kirche sprang und hie und dort an ein hochherrschaftliches Bein zu pinkeln drohte. Vom Vikar entfernt getröstet vom geilen Pastor, ihn einsperrend in der Krypta für spätere Zwecke, den Sonntagsbraten.

    Vorwärts, rückwärts seitwärts ran – alles ist VerhandelBar, wenn man ihn nur trifft den richtigen Ton zur richtigen Zeit im richtigen Jagdgebiet, das überall und nirgends ist und wer nicht aufpasst wird nicht vermält sondern endet als alte studierende Jungfer und darbt ein Leben lang, ein gebildetes.

    Ein hoch auf das Brautpaar das verboten, verdorbene, dass sich an in Gold gefasste Regeln nicht halten mag die hohle Stimmen herausholen in regelfreien Momenten wo alle tanzen und sich an den Händen fassen und nicht immer mitkommen um dann hinausgeschleudert zu werden und am Rand zu stehen, neidisch gar ein wenig und doch amüsiert und in der Gewissheit dabei zu sein, wenn auch nur ein bisschen und – passiv.

    Nein das ist nicht verquer. Nur ein Insider.

  • Drogendealer

    Vorhin an der Theke meines Drogendealers.

    Vor mir ein alter Mann mit zitternden Händen der langsam, Centweise sein Guten-Morgen-Bier bezahlt und sich dabei vor Gier kaum noch halten kann.
    Das Erste ist leer, bevor er den Laden verlassen hat.

    Die Schlange ist lang an diesem Morgen, lauter gescheiterte Gestalten die dringend ihren ersten Schuss für den Tag brauchen.

    Ich sorge immer dafür das es mir nicht so geht. Morgens habe ich auf jeden Fall noch zwei Zigaretten in der Schachtel, sonst werde ich unausstehlich. Zum Morgenkaffee müssen die sein. Notfalls kann man den Kaffee auch weglassen.
    Besonders gut schmecken tun sie schon lange nicht mehr. Schlecht für die Zähne sind sie auch und für den Rest vom Organismus sowieso. Aber bei dem merkt man es nicht so schnell, wenn man nicht den klassischen Raucherhusten bekommt und zum Singen noch genug Volumen übrig ist.

    Schlecht – schlecht wird es erst, wenn man sie nicht mehr hat. Wenn man sich einredet, jetzt einfach mal aufzuhören (morgens, acht Uhr) um dann gegen Mittag latent gestresst aber sehr kleinlaut doch wieder zum Dealer zu gehen um sich seine Tagesdosis abzuholen. Leicht verschämt schiebt man den Fünfer über den Tresen ohne Worte, er weiß ja längst welchen Stoff man bevorzugt.

    Ich muss den Scheiß endlich loswerden.

  • Das Fenster zum Hof

    Es ist dunkel dort draußen im Innenhof. Sehr wenige Fenster sind erleuchtet und nur der Gitarrenmann spielt noch seine Lieder, die immer ein wenig klingen als weinte er und kann es nur auf diese Art und Weise, weil er sich sonst eingestehen muss traurig zu sein.

    Die Frau gegenüber die immer mit einem Buch im Fensterrahmen sitzt ist lange schon schlafen gegangen, das Gewitter hat sie wohl nicht gestört dabei. Vermutlich ist bestenfalls noch die Katze wach die sie immer bürstet und liegt schnurrend am Fensterbrett auf der Innenseite des dunklen Glases. Ich kann es nicht sehen, stelle mir aber gern vor, dass sie mir gerade zublinzelt.

    Mein großes Fenster mit den schönen Doppelflügeln und dem breiten Fensterbrett auf beiden Seiten hat ein wenig von seiner Attraktivität eingebüßt, seit in dieser Straße häufig eingebrochen wird. Ständig mache ich es auf und zu, gleich einem mir sehr langweilig gewordenen Spiel das ich doch immer wiederholen muss. Das „zu Hause“ Gefühl ist ein anderes geworden seitdem und ich fühle mich betrogen von diesem Fenster in das ich nicht einmal mehr die Blumen stellen kann weil sie stören, beim ewigen Hin und Her von öffnen und schliessen. Die bisher gefühlte Eichhörnchengeborgenheit in meinem HausMausBüro ist nicht mehr da. Weg, Fort, Gone with the Wind.

    Es tropft nur noch ein wenig von den Dachrinnen herunter. Es klingt ziemlich laut in diesem Innenhof der einem Amphitheater gleich alles verstärkt was man in ihn herein ruft, ganz gleich ob es der singend-weinende Kuschelbarde ist oder auch der Streit des Paares im Hinterhaus, 2. OG Links. Das Stimmengewirr am Abend erinnert oft an ein gut besuchtes Lokal in dem viele Freunde zusammenkommen die sich viel zu erzählen haben. Jetzt allerdings ist es still, direkt nach der Geisterstunde und ich möchte nicht einmal Musik hören um diese eindringende Stille nicht zu unterbrechen.

    Gestern Abend das Lokal an der Ecke, es ist spät und alle Tische um uns herum abgeräumt. Noch ein letztes Bier zum Abschied, wüste Diskussionen mit meinem liebsten David. Die Nacht noch nicht am Scheitelpunkt aber schon zu ahnen, noch immer nicht ganz Dunkel aber schon wieder eine Ahnung von Helligkeit in der Luft. Dann der Kometenregen, das sanfte Verglühen tausender Teilchen, direkt über der Bänschstrasse. So scheint es zumindest als wir alle auf dem Bürgersteig stehen, minutenlang die Augen am Himmel, jeder für sich allein beschäftigt mit all den Wünschen die dort vom Himmel fallen.

  • Gerätetausch

    Ich wohne im Erdgeschoss.

    Dies setzt einen gewissen Exibitionismus voraus, selbst wenn man nicht gewohnt ist splitterfasernackt durch die Räumlichkeiten zu tanzen.

    Ebenerdig wohnen bedeutet – beobachtet sein.

    Ich stelle an mir selbst immer wieder fest wie gross der Reiz ist in fremde Wohnungen zu spähen, einfach so im Vorbeigehen. Man tut es schon automatisch, registriert oft nicht einmal was dort passiert aber reinschauen – reinschauen tut man immer. In der Proskauer Strasse hat eine Bürogemeinschaft drauf reagiert und ihre "Schaufenster" als Werbefläche vermietet. Zumindest haben sie es versucht.
    Wenn ich durch die Stadt gehe – und mir ein Fenster die Gelegenheit bietet eben nicht nur lieblos aufgereihte Waren zu bestaunen, sondern das wahre Leben mit Wollmäusen in der Ecke unterm Schreibtisch (wie bei mir) und lustigsten Einrichtungsmodellen, dann ist das eine wahre Freude. Vor allem hier in Friedrichshain wo entsetzlich durchgestylte Möbel-Hübner-Wohnräume abwechseln mit freakigen Hochbett-Ensembles lernt man schon allein durch das Schauen in anderer Leute Privatsphäre, was dieses Viertel so enorm bunt macht.

    Die sehr praktische Seite dieser ebenerdigen Wohneinheit ist – man kann durch die Fenster vieles auf einfache Art und Weise in die Wohnung hinein tragen. So dauerte der Einzug meines neuesten Mitbewohners eine schlappe Viertelstunde. Wirklich hervorragend und außerordentlich bequem. Vier Mann – alle Fenster auf, fertig ist die Laube.

    Genauso bequem muss es vor ein paar Tagen für einen vorbeiziehenden Menschen gewesen sein, der sich am offenen Fenster eines unserer Zimmer erfreute. Allerdings hielt sich dieser Mitbürger nicht an den Grundsatz den meine Mutter mir in Kinderjahren immer wieder eingebleut hat:
    „Nur mit den Augen gucken!“

    Wie sicherlich auch andere Menschen begehe ich gern den Fehler mich nur allzu sicher zu fühlen was ein wenig daran liegen mag, dass in dem Haus in dem ich aufgewachsen bin die Tür meist nie abgeschlossen sein musste, da in der Regel mindestens ein sehr grosser Hund dahinter lag und sich in dieses Ecke der wundervollen Stadt Bielefeld so oder so nicht mal Spaziergänger verliefen. Selbst nach drei Jahren Berlin habe ich oftmals noch dieses behagliche Provinzmöhrengefühl, dass mich unlängst dazu brachte barfuss im Schlafanzug in den Spätkauf zu laufen.

    Ein wenig zu diesem Gefühl trägt sicherlich auch bei, dass eine Staatsbedienstete meine Wohnung teilt. Die Frau Komissar bewohnt das Zimmer direkt links vom Eingang und so bildet frau sich schon ein besonders bewacht zu sein, ganz gleich ob die Frau Z. zu Hause weilt oder nicht. Denn jeder potentielle Einbrecher muss ja schon an den auf dem Wäscheständer aufgereihten Uniformhemden sehen, dass hier nicht gut Kirschen zu klauen ist.

    Seit neuestem allerdings haben wir etwas dazu gelernt. Schlafen bei offenem Fenster zur Strasse hin ist nicht gut, wenn man seine Geräte in Reichweite aufbewahrt. Die werden dann nämlich ausgetauscht.

    Gegen reinste Berliner Luft.

  • Der Satz zum Tag

    "Ich sags Dir all diese Frauen vorhin auf dem Alexanderplatz. Titten, Ärsche überall. Wie im alten Rom. Was für ein Stress."

    (ein männliches Mitglied meines Bekanntenkreises)

  • Prinzessinnenalltag

    Man hat es nicht leicht
    Küss mich, küss mich, küss mich - so sagte jeder Frosch zu der Prinzessin wohl wissen, dass Prinzessin sein ihre Leidenschaft war.

    ;-)

    Froschkoenig1

  • Jetzt gehts um die Wurst .. miss.blog.de

    Jetzt gehts also los und alle Kandidatinnen sind zur Wahl aufgestellt.

    Los - macht mich zur miss.blog.de ;-) Ich schreib dann auch die verschwurbelste Dankesrede die je gesehen ward!

  • Der Satz zum Tag

    "Ich kann mir nicht helfen, irgendwie sehe ich hier immer ein paar Kaninchen, die vor einem Regenwurm sitzen und sich zuraunen, es müsse sich wohl um eine Boa Constrictor handeln."
    (Fernsehdiskussion/Phoenix/Thema vergessen)

  • Fundstück

    Hier wird etwas drigend gesucht, Bitte - wenn ihr die CD gefunden habt, meldet euch auf jeden Fall bei Norbert. :D

    Bahnhof Lichtenberg
    (gesehen am SBahnhof Lichtenberg)

  • Der erste Kaffee draußen

    In der Bänschstraße, Ecke Proskauer gibt es ein „Esstaurant“, dass heißt „Ein Brief von Gestern“.
    Ich bin da oft, weil es direkt nebenan ist. Der Kaffee gut und bezahlbar. Vielleicht auch weil - ich neidisch auf das Interieur des Raucherbereichs bin. So ein Wohnzimmer hätte ich gern.
    Der Kronleuchter aus den 20ern, sieht aus als sei das ganze Haus einzig und allein um ihn herum gebaut worden.

    Gestern konnte man endlich wieder draußen sitzen, nachmittags mit Diana, Milchkaffee, Zigaretten und „Jobgespräche“ wie all die anderen urbanen Penner in Fhain. Abends dann zu einem „Semigeschäftlichen“ Essen.

    Fhain hat sich verändert, selbst die digitale Boheme scheint sich zu vervielfältigen, auch wenn man sie um diese Tageszeit nicht mehr auf den Straßen sieht, die Kinder auf den hölzernen Laufrädern.
    Inzwischen kann man sie überall im Kiez beobachten, vor allem in unserer Straße wo es einen Bio-Eisladen gibt und diesen tollen Spanier, mit Spezialitätentheke, den ich immer schon ausprobieren wollte und es dann doch nie tue. Es mag aber auch daran liegen, daß sich der Spielplatz in unmittelbarer Entfernung befindet.

    So lange ist es her, dass letzte Mal Straßencafe, dass es sich ein wenig anfühlt wie das allererste Mal überhaupt. Einfach schön.
    Das Licht ist perfekt und regt eher dazu an, Bilder in warmen Farben zu knipsen, als sich das Gemurmel der anderen hier anzuhören, so angenehm das auch sein mag in diesem langen Moment.

    Ich vermisse meinen Lieblingsdavid mit dem das Bier das ich gerade trinke perfekt wäre. Wir könnten lästern über die beiden Nebelkrähen am Tisch nebenan oder auch über den Veranstalter der Party die wir übernächstes Wochenende sprengen werden, weil er uns einfach nervt.
    Vielleicht würden wir beide auch nur still in die selbe Richtung gucken.

    Verliebte sehen sich in die Augen, Freunde in die selbe Richtung.
    Woher ich das habe, weiß ich beim besten Willen nicht mehr, aber es stimmt.

    Schade, so Frühling es auch ist, langsam wird es kalt.
    Daran kann auch die einsame Grille nichts ändern die sich, wahrscheinlich gegenüber im Park, schon einmal auf den Sommer einstimmt. Der Sonnenuntergang bemüht sich um das richtige Bühnenbild, doch es fehlt noch das Gefühl der ganz langsam schwindenden Wärme, die ein Versprechen gibt für den nächsten Tag.

    Frühling ist im Grunde eine seltsame Zeit.
    Dieses Zwitterding zwischen Winter und Sommer, in dem man noch immer ein wenig schwermütig ist von all den dunklen Nachmittagen und der Sonne die man bestenfalls aus dem Bürofenster sehen kann. Aber dennoch ist da schon dieses Gefühl von Sommer, wenn man aus dem Haus tritt und es doch schon viel wärmer ist, als man von Drinnen vermutet hätte.
    Biegt man um die Ecke in die Proskauer – kann alles schon wieder vorbei sein, weil einem der kalte Wind entgegen schlägt.

  • Raucherdemo in Berlin

    für alle die es noch nicht mitbekommen haben, Getränkelieferanten, Kneipenwirte und rauchende Gäste gehen in Berlin am 26.04. gemeinsam auf die Strasse.

    Hier ein kleiner Auszug aus dem Programm:
    14:00 Uhr Treffpunkt Brandenburger Tor
    mit anschließender Kundgebung vor dem Roten Rathaus:

    Nachdem wir um ca. 14:00Uhr am Brandenburger Tor gestartet sind, werden wir voraussichtlich gegen ca. 14:40 Uhr mit dem Demonstrationszug auf dem Vorplatz des Roten Rathauses ankommen. Anschließend beginnt eine Kundgebung mit Livemusik (voraussichtlich die Band „Flashback“ ) und verschiedenen Vertretern von Verbänden und Organisationen sowie direkt von Gaststätten und Kneipenbesitzern. Selbstverständlich bekommt auch der Regierende Bürgermeister eine Einladung.

    Rednerliste:
    Wer Lust und Laune hat, kann sich für die Rednerliste anmelden. Wir bitten hierbei jedoch um Verständnis, dass die Redezeit auf gut fünf Minuten pro Redner beschränkt ist und dass wir wahrscheinlich nicht alle angemeldeten Redner aus Zeitgründen zu Wort kommen lassen können.

    Also ich werde da wohl mal hingehen. Schon die bunt zusammengewürfelten Redner dürften es wert sein. ;-)

  • Der Satz zum Tag

    "Jonas soll ich Dich anschieben?"
    "MAMA - echte Skater schiebt man nicht!"

    (Berlin Friedrichshain.
    Mutter mitte 30, Sohn ca. 5 - auf dem kleinsten Board das ich je gesehen habe.)

  • Ohne Überschrift und Worte

    In Indien etwa nähmen inzwischen rund 300 Millionen Menschen eine zweite Mahlzeit am Tag ein, sagte Merkel. "Wenn die plötzlich doppelt soviel Nahrungsmittel verbrauchen als sie das früher gemacht haben und dann auch noch 100 Millionen Chinesen beginnen Milch zu trinken, dann verzerren sich natürlich unsere gesamten Milchquoten und vieles andere", sagte die CDU-Chefin mit Blick auf den europäischen Agrarmarkt.
    Quelle: Reuters

    Eine zweite Mahlzeit. Das ist allerdings eine Schweinerei.

  • Hallo Katze!

    Als ich noch klein war, da gab es in Bielefeld das Spielzeugkaufhaus Moster.

    In der dritten Etage dieser Erfüllung eines jeden Kindheitstraums war die Mädchenetage. Und hier – hier habe ich meine Mutter regelmässig in den Wahnsinn getrieben mit rosafarbenen Objekten jeder Art, die meist die Form einer Katze in allen möglichen und teuren Varianten innehatten. Stundenlang konnte ich in diesem Stockwerk herumschleichen um all die schönen Sachen. Langweilig wurde mir das nie.

    Jetzt mit 32, einem Alter in dem Frau selbst entscheidet wofür sie ihre Kröten aus dem Fenster wirft, spüre ich wieder diesen seltsamen Drang, rosane Katzen um mich herum zu stapeln, wie eine Crazy Cat Lady in einem besonders plüschigen Alptraum. Vielleicht eine vorgezogene midlife Crisis, die mich vor einigen Tagen auch dazu brachte meine Schwarz/Grau/Braun/Grün-Garderobe um kreischig-bunte T-Shirts zu bereichern. Dies allerdings könnte auch aus gesteigerten Frühlingsgefühlen resultieren. Oder dem Hormonhaushalt oder dem neuen Paar Schuhe. Die Erklärungen für erstaunlich bunte Klamotten oder kurze Haare sind ja bei Frauen Legion.

    Wenn sich erst einmal herumspricht, dass man etwas sammelt hat man nie wieder eine Chance etwas loszuwerden. Zu Beginn gefällt es einem ja noch, dass man zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten das Objekt der Begierde geschenkt bekommt. Anfangs hat man noch Platz dafür.

    Mit dem Backhandschuh, den Ona mir schenkte fing alles an. Wenn dann aber erst einmal ein Teil die Wohnung erobert hat, hat frau keine Chance mehr. Inzwischen habe ich Seifenblasen, Badeschaum, einen Duschvorhang (noch nicht aufgehängt), diverse Aufstell-Kittys und und und...

    Spätestens wenn wie in meinem Falle das Bad langsam verro(h)sat ist bis zum geht nicht mehr, dann ist es Zeit die Notbremse zu ziehen. Denn auch wenn sich mein Drang nach Kitsch auf eben jenes Zimmer beschränkt, so ist es doch langsam schon ein wenig viel. Auch wenn der Herr Prinz behauptet es sei gar nicht so schlimm, was vermutlich irgendwann einmal herhalten muss dafür, dass ich noch viel mehr dieser Katzen kaufe.

    Die erste hat schon ihren Weg in mein Zimmer selbst gefunden.

    Nichts desto trotz - den Duschvorhang hängen wir jetzt auch noch auf.

  • Very Important Provinzler

    Ich trage Rock, Bluse, Jackett und hohe Schuhe und bin auf tausend Kilometer Umkreis die älteste Frau die je gesehen ward. Es ist Freitag Nacht in Berlin Mitte und der Club in dem ich mit alten Freunden aus der Vergangenheit verabredet bin feiert eine Studentenparty - ausgerechnet.
    Die Zahl derer, die den Club (Disko heißt das ja nicht mehr) betreten wollen ist Legion und ich scheine die Einzige zu sein, die denn Sinn der verschiedenen Schlangen bisher nicht sehen kann. Gott sei Dank erscheint an dieser Stelle ein kleines, solariumgeschwärztes Männchen, dass seine Stimme erhebt mit dem Satz:

    „Es fehlt noch Angelina S. vom Tisch des Herrn Dr. XYZ ist die schon hier?“

    Er trägt eines von diesen schwarzen Hemden mit der Glitzeraufschrift "Hauptstadtrocker" oder ähnliches, wie sie in der Alexia für gefühlte Tausend Euro zu viel verkauft werden - die aber in Mitte irgendwie modern zu sein scheinen. Durch lustige Schleichwege hinter Vorhängen leitet er mich am Gedränge vorbei, nimmt mir die Jacke ab und winkt dem Gorilla zu, die rote Kordel in die obere Abteilung zu öffnen.

    In dem Moment weiß ich - jawohl, ich bin ein Very Important Provinzler.

    Man begrüßt sich, bekommt ein Glas Champagner in die Hand gedrückt, Unterhaltung ist so oder so zwecklos und so wippt und tanzt man eben mehr oder weniger für und mit sich selbst, begafft von kleinen Studentinnen auf der Tanzfläche. Dies galt allerdings wohl eher für die Herren unserer Gesellschaft.

    Irgendwann zwischen „Mr. Vain“ und „Lets talk about Sex“ falle ich auf das unbequeme Polsterhöckerchen, das ungefähr 30cm hoch ist und es unmöglich macht nicht bescheuert verkrampft zu sitzen.
    Um mich herum, respektive unter mir tanzen, gerade volljährig gewordene mit Jeans und bunten Shirts angehoste Kinder und es ist ein wenig, als sei ich in eine Zeitschleife geraten. Die Musik ist die selbe wie früher, die Klamotten sind die Selben und alle sind knapp 18.
    Nur ich bin irgendwie älter geworden.

    Herrlich allerdings – die lange Jahre angestrebte Coolness, aus der wohl auch das reinweisse Design dieses Clubs entstanden ist – ist definitiv tot an diesem Abend. Keiner der lässig an der Bar steht und versuch sich jedweden Spaß nicht anmerken zu lassen. Keiner der bestenfalls minimal Beweglichkeit zu dumpfen Elektrobeats demonstriert. Nein – es lebe die Party, egal ob auf den Rängen oder im Parkett. Großartig.
    Ich kann nicht mehr als genießen, dass sie wieder da ist die gute, alte Party und ignoriere für ein Paar Stunden, dass die auf der anderen Seite der Kordel und die am Nebentisch nur ungefähr drei Jahre älter sind als mein Sohn.
    Mitfeiern ist die Devise.

    Martina aus (setzen Sie eine Vorstadt Ihrer Wahl ein) nimmt die Hand eines meiner Begleiter - erklimmt also den Olymp und wird mit einem Glas Champagner jenseits des VIP Zauns belohnt. Der Preis dafür ist ihr bis dato vielleicht noch nicht bewusst, sie ist einfach nur froh hier zu sein und freut sich über die neidischen Blicke der anderen Martinas, jenseits der dunkelroten Kordel.
    Für genau mitgezählte 47 Sekunden.

    Denn schnell folgt der Auftritt des großen Mannes in weiß (die Menschen die dort arbeiten sind weiß wie die Einrichtung) der ihr höflich, aber bestimmt wieder auf die andere Seite hilft. Fast hebt er das zarte Persönchen über die Abgrenzung. Im Laufe des Abends wird sich dieses Spiel noch einige Male wiederholen, bis der blasse Kordelsteher begreift, dass Martina wohl als heutige Begleitung auserkoren wurde.

    Gehen, wenn es am schönsten ist und bevor die Martinas dieser Welt merken, dass Champagner selten umsonst ist, sage ich mir und kämpfe mich gemeinsam mit der einzigen anderen Frau meines Alters zum Ausgang.

    Als ich nach Hause komme, lacht der Herr Prinz mich aus. Ich habe vergessen das Armband abzureissen.

  • Die Sache mit dem anonymen Brief

    ... ist dann jetzt auch bei mir angekommen.

    Ich hatte vor die höchstoffizielle, aber leider nicht unterschriebene Beschwerde über mich (eingegangen bei der Firma meiner Wahl) hier direkt zu veröffentlichen.

    Geht aber leider nicht in Gänze, da hier zu viele Personen erwähnt sind, die vielleicht nicht in diesem Zusammenhang veröffentlich werden wollen. ;-)

    Aber wenigstens wissen jetzt alle - das ich in einem YouTube Video "mit angeklebten "Hitler-Bärtchen" mehrfach den "Hitlergruß" vollziehe. Aha. Darüber hinaus bezeichne ich mich als manisch-depressiv, was man ja vor allem in der Arbeit gemerkt hätte. Der Rest ist mehr oder minder darauf ausgelegt mit Zitaten aus diesem doch schon ein paar Jahre bestehenden blog zu beweisen, dass ich verrückt, pervers und mindestens Alkoholiker bin.

    Also die perfekte CC Führungskraft. ;-) Zumindest wenn ich an den gestrigen Abend auf der DDV Veranstaltung mit all den Ver_rückten denke, die schon das ein oder andere Kölsch getrunken haben.

    Vielleicht nur eines, Frau W. (Name von der Redaktion geändert) aus B.
    Es heisst INkompetent nicht UNkompetent.

    Dieser Bericht wurde selbstverständlich während der Arbeitszeit verfasst.

  • Wer ist die Schönste im ganzen Land?

    Unfassbar aber wahr.

    Kaum habe ich festgestellt, dass die Grösse in meinem Personalausweis schamlos gelogen ist (164cm statt 158) da werde ich auch schon für eine Misswahl aufgestellt.

    Es geschehen noch Zeichen und Wunder - Zwerge an die Macht!

  • München vs. Berlin

    Wenn man viele Berliner, ob geborene oder assimiliert in einen Raum packt, ihnen ein gerüttelt Maß Bier, Wein und Prossecco einschenkt und dann - zwei gstandene Münchner Mannsbilder darunter mischt - dann gibt es viel zu lachen.

    Nicht nur, dass in Berlin unverständlicherweise niemand "Grüss Gott" zur Begrüssung sagt und ausserdem die Schnapsgläser eben Schnapsgläser heissen, was es unmöglich macht "Stamperl" käuflich zu erwerben - nein - auch das Schrippending ist dem bayerischen Urgestein mehr oder minder unheimlich.

    Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich an meinem ersten Tag in München aufbrach um bei der beliebtesten Fleischerkette der Stadt das mir am ungewöhnlichsten erscheinende, lokale Erzeugnis zu bestellen. Damals eine "Fleischpflanzerlsemmel". Dieses Wort erschien mir so herrlich und unverzichtbar für meinen weiteren Sprachgebrauch, dass ich unbedingt herausfinden musste was man qua Bestellung von Frau Fleischwarenfachverkäuferin in die Hand gedrückt bekommt. Niemals hätte ich mit einem simplen Frikadellenbrötchen gerechnet. Ziemlich schnöde erschien mir dies zum damaligen Zeitpunkt.

    Wahrscheinlich ist es von jeher so, dass jeder der neu in eine Stadt zieht versucht so viel Lokales wie möglich bei sich zu behalten und sei es und auf der Sprachebene, um sich immer noch ein klein bisschen heimisch fühlen zu können. Bei mir und meinem Umzug nach Bayern damals waren es die Brötchen.
    In fußläufiger Entfernung zu meiner wundervollen Wohnung in der Parkstrasse, der ich immer noch ein wenig hinterhertrauere, befand sich ein Müller-Bäcker. Jeden Morgen gegen die selbe Zeit bestellte ich dort in den ersten Wochen zwei Brötchen.

    "Ah geh - des hoasst aba hier Semmeln, des wissens scho?"

    Ja wusste ich. Sah aber keine Notwendigkeit mich dem Lokalkolorit anzupassen, wenn die Bäckersfrau doch Brötchen genausogut zu verstehen schien. Es folgten monatelange Diskussionen jeden Morgen mit eben jener Frau Huber über das Thema Semmeln. Denn schliesslich hiesse es ja auch Semmelmehl oder eben Paniermehl oder doch...

    Dann kam der Morgen an dem Frau Huber nicht in der Bäckerei war.

    Ich bestellte feixend zwei Brötchen, der Azubi war schon dabei sie eilfertig in eine mit grünem Müller-Logo bedruckte Tüte zu verpacken, als aus der Kammer neben dem Verkaufsstand eine altbekannte Stimme rief:
    "Geh, sagens der Frau Schöck des hoasst imma noch Semmeln!"
    Was soll ich sagen - da habe ich lachend aufgegeben. Und selbst in Berlin noch mindestens ein halbes Jahr Semmeln bestellt und damit so manch kritischen Blick eingefangen. Heute sage ich einfach egal wo ich bin: "Bitte vier von dem was bei uns zu Hause Brötchen heisst."

    Geschichten dieser Art gab es in einwandfreiem Münchnerisch eine Menge an diesem Freitag abend, der eigentlich schon eher ein Samstag morgen war. Und der Herr Prinz - der konnte das Wort Schmarrn gar nicht oft genug hören.

    Es wäre interessant gewesen - noch die Hamburgerin in der Mitte zu platzieren aber die glänzte durch Abwesenheit. Nicht wahr, Frau Huhn?

  • Legendary Fairytales

    - ist nicht der Titel den dieser Artikel, Blogbeitrag oder wie man Geschreibsel auch immer nennen sollte, das zu rein privaten Zwecken ins Internet gestellt wird tragen sollte.

    Aber gerade kam er mir in der Kopf als ich an die Vorträge dachte, die ich vorgestern auf der Grossartigen Call Center World 2008 gehört habe. Viel Geschwätz mit wenig Aussage, wenig gute Ansätze. Nicht einmal Bullshit-Bingo wollte so recht Spass machen, denn all die schönen vorbereiteten Bögen waren nach wenigen Minuten schon voll.

    Vertriebsdeutsch ist ja nicht einmal Denglisch, sondern eine diffizile Sprache die oft nicht so recht in den Kontext passen will. Aber sie klingt so schön. Ist ein Wort erst einmal oft genug gefallen, dann bekommt man es nicht mehr heraus aus den Köpfen - schlimmer noch - es kommt der Punkt an dem man selbst anfängt es zu verwenden. Und sich dabei erwischt wie man sagt: Wir müssen das asap glattziehen. Aber da committen wir uns noch mit Standort X.
    Gruselig.
    Nach mehreren Tagen Messe habe ich soviele Worte im Kopf, dass ich vermutlich nicht einmal die Hälfte davon vergessen kann, so sehr ich mich auch anstrenge.

    Da wimmelt es nur so von proaktivem Gedankengut, eingepackt in schrecklichen, beateuhse-blauen Taschen von Walter Services, die tatsächlich jedes Jahr wieder von vielen Leuten, jedweden Stil verachtend, getragen werden.

    Der klassische Werbegeschenkjäger auf Messen jedweder Art ist sicher keine vom Aussterben bedrohte Art - dennoch krümmt sich in mir doch immer wieder der kleine Fremdschämer, wenn ich so etwas beobachte. Fach- und Führungskräfte, relaxt und souverän in fast allen Lebensbereichen bis... sie eine Walter Services Tasche in die Finger bekommen. Am besten gleich mehrere, gekreuzt getragen wie die mexikanischen Caballeros in den alten Italo-Western um so zu signalisieren, dass sich ihnen besser keiner der Gringos in den Weg stellen sollte. Es soll schon Tote gegeben haben und das nicht nur am Buffet.

    Ähnlichkeiten mit mir bekannten Personen sind Zufall und beeinflusst davon - das ich zu viele davon auf der Messe getroffen habe.

  • Der Herr privater Arbeitsvermittler

    Es begab sich aber zu der Zeit, dass auf der Franchise Messe ein Herr N. in ein gutes Gespräch mit einem unserer Key Accounter kam. Ein Gespräch in dem er schwärmte, von den grossartigen Möglichkeiten die sich im bieten würden in der neuen Branche der Arbeitsbeschaffung in der ja momentan der goldene Boden läge.

    Gestern Abend sah eines meiner Mädchen ihn dann im Fernsehen. Auf einem der privaten Sender die sich auf neutrale und besonders gut recherchierte Reportagen spezialisiert haben. Ich selbst habe die Sendung in der genannter Herr N. eine arbeitslose Familie die sensationelle 2000€ netto (also abzüglich dem Kindergeld, was alle kriegen, wa?) vom Amt "in den Rachen geschoben" bekommt, betreute.
    Der Tochter einen Ausbildungsplatz, der Mutter eine kleine Chance auf vielleicht einen Job im Spielsalon - dem Vater ein Hausmeisterjob. Vielleicht. Vorausgesetzt er ist bereit für diesen Spitzenjob die Tochter (schliesslich jetzt in Ausbildung) und die Mutter (weil für nen Hungerlohn auch noch jeden Tag zwei Stunden Fahrt) in der alten Stadt zurückzulassen und umzuziehen.

    Es liegt mir fern, jetzt den sprichwörtlichen Vogel zu zeigen über soviel reisserischen Schwachsinn, der vermutlich aufzeigen soll, wie grossartig der Staat inzwischen läuft, wenn "sogar Sozialschmarotzer" wie jene sofort einen Job bekommen. Gut oder nicht spielt in dem Fall ja keine Rolle, denn wer als Unterschichtler (dieses Wort fiel während der Sendung) für den Hausmeisterjob nicht ein paar hundert Kilometer umziehen will, der ist halt selber schuld.

    "Wir sind hier nicht auf Safari" mag da noch eine der Nettesten Äusserungen dieses kompetenten (im übrigen von Arbeitsamtangstellten aus meinem Bekanntenkreis ARG(E) kritisiert) Arbeitsvermittlers gewesen sein. Setzen Sechs - so geht man nicht mit Menschen um, egal welcher Couleur.

    Vorhin haben wir den Herrn N. angerufen. Schliesslich hatte er auf der Messe darum gebeten, da sein Geschäft noch nicht so recht angelaufen sei. Seine Sekretärin richtete aus, Herr N. brauche nun keine Werbung über "irgend so ein Internetportal" mehr - er hätte jetzt mehr Werbung als er bräuchte.

    Vielleicht - hat er selbst die Stelle als Hausmeister genommen.
    Besser aufgehoben wäre er da.

    (Quelle: Monique Schirrmacher, Spiegel online, diverse Foren)

  • Sitzbadewannen

    Als ich noch klein war, hat meine Mama mich ständig im Spülbecken gebadet.

    Das lag in erster Linie vermute ich an der Beschaffenheit unseres Bades, das zu klein war um eines der neumodischen Riesenbabybadegestelle auf die (in unserem Fall nicht vorhandene) Badewanne zu montieren.
    Zugegebenermaßen erinnere ich mich nicht mehr wirklich daran, aber Millionen von Fotos können nicht lügen. Also damals noch nicht.

    Das Spülbecken zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass man als Baby nicht ersaufen konnte, weil man ja quer gar nicht hereingepasst hätte und kein Kind der Welt ist so gelenkig, dass es sich mit vier Monaten oder so in Palmolive selbst ertränkt. Da badete man ja auch eher seine Hände als sein Kind.

    Im Urlaub in der winzigen, vollgestopften Wohnung meiner Mutter bin ich jetzt um eine Kindheitserinnerung reicher. Ich weiss wieder, wie das ist, die Sache mit dem Spülbecken.
    Das Bad wurde neu gemacht.

    Um dem neuen Design desselben Rechnung tragen zu können, wurde die alte Badewanne gegen ein stylisches, neues Sitzmodell ausgetauscht, das zugegeben ziemlich gut aussieht - solange man nicht darin sitzen muss.

    Voll gelaufen reicht mir das Wasser nur genau bis an die Hüfte und während der Rest von mir zittert und kurz davor ist den Kältetod zu sterben (die Wohnung meiner Mutter ist die kälteste der Welt) wippen meine Füsse munter durch das warme Wasser.
    Grosse Handtücher erledigen sich hier von selbst, denn die Fläche des Körpers die wirklich nass wird ist viel zu klein, das würde sich nicht lohnen.

    Wie man sich in diesem Spülbecken die Haare wäscht, darüber denke ich dann wohl erst wieder nach wenn ich heute abend in Berlin in meiner echten Badewann sitze, so für Erwachsene.

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